· 

Kalizium und Phosphor

Nachgefragt

Manche Fragen werden uns sehr häufig gestellt. Hier die Anwort auf die Frage:

Lassen die Blutelektrolytwerte Kalzium und Phosphor einen Rückschluss auf eine gute Versorgung mit dem Futter zu?

Bei der Beurteilung der Serumelektrolyte Kalzium und Phosphor sollte die Fütterung besondere Beachtung finden, einen Rückschluss auf eine ausgewogene Ernährung erlauben normale Serumwerte aber nicht, denn der Körper versucht die Blutwerte in sehr engen Grenzen konstant zu halten. 

Ist der Serumwert zu niedrig oder zu hoch, kann sowohl die Fütterung, als auch eine Erkrankung die Ursache sein.

Kalzium kurz und knapp

Kalziumreich sind Knochen, Knochenmehl und Eierschalen, kalziumärmer Muskulatur, Innereien, Gemüse und Obst.

Kalziumwerte außerhalb der Norm sollten auch bei kleinsten Abweichungen immer verifiziert werden.

Routinemäßig wird das proteingebundenes Kalzium bestimmt. Es ist aber abhängig vom Totalprotein. Sensitiver ist das ionisiertes Kalzium, dass ein besserer Indikator für biologisch aktives Kalzium ist. Allerdings ist es deutlich schwerer zu gewinnen.

Fütterungsbedingte Unterversorgung: ↑ Parathormon-Sekretion → Mobilisierung von Kalzium aus den Knochen und ↑ Aufnahme aus dem Darm → langfristig Demineralisation der Knochen → Knochendeformation, v. a. der Röhrenknochen und andere Veränderungen des Skelettsystems, sog. „Gummi-Kiefer“

Fütterungsbedingte Überversorgung: Kalzifizierungen im Gewebe, Ulzera im Magen und Störungen der Muskelkontraktionen → Tetanie; massiv gestörter Knochenstoffwechsel, v. a. Röhrenknochen und ↑ Kalziurie

Phosphat kurz und knapp

Phosphataufnahme über Fleisch, Gemüse und Fett meist ausreichend.

Ca/P-Verhältnis in der Nahrung sollte 2 : 1, evtl. 1,5 : 1 betragen

Fütterungsbedingte Fehlversorgungen häufig bei individuellen Rationen, teils inverse Ca/P-Verhältnisse      Speicherort des Phosphats ist das Skelettsystem; Regulator ist die Niere

Die renale Reabsorption ist ein wichtiger Anhaltspunkt für den Serumwert: ↑ Phosphat-Aufnahme oder ↓ glomeruläre Filtrationsrate → renale Reabsorption ↓ → phosphaturische Wirkung

Fazit

Möchten Sie wissen, ob ihr Tier optimal mit Kalzium und Phosphor versorgt ist, bedarf es einer bilanzierten Rationsberechnung.