Hundewelpen-Wachstumskurve

Es gibt sehr große Gewichts- und Größenunterschiede bei unseren Hunden. Während ein Chihuahua ausgewachsen ein Endgewicht von 1,5-2,5 kg erreicht, bringt eine Deutsche Dogge bis zu 75 kg und mehr auf die Waage. Entsprechend unterschiedliche verläuft das Wachstum bis zum genetisch bedingten Endgewicht. Dieses erreichen kleine Hunde deutlich schneller als große Hunde.

Für jeden Hund gibt es entsprechend seinem genetischen Erbe eine individuelle Gewichtsentwicklung, die sich als Wachstumskurve darstellen lässt.

Gesundes Wachsen mit Hilfe der Wachstumskurve

Eine angemessene Wachstumsgeschwindigkeit ist entscheidend für eine bestmögliche Skelettentwicklung, gesunder Gelenke und gesundes Körpergewicht im späteren Leben.

Anhand der Wachstumskurve kann die altersgerechte Gewichtsentwicklung einfach kontrolliert und bei Abweichung durch Anpassung der Ernährung dem für das Alter gewünschten Gewicht angeglichen werden. 

Kleine Hunde

Kleine Hunde, die zu energiereich gefüttert werden, legen schon im Wachstum Fettzellen an, die später leichter zu Übergewicht führen können. 

Große Hunde

Große Hunde, die zu energiereich gefüttert werden, machen es anders als die Kleineren, denn sie setzen die komplette Energie ins Höhenwachstum. Sie erscheinen dünn und schlaksig und das Größenwachstum ist deutlich schneller abgeschlossen. Damit dies möglich ist, erhöht der Körper die Umbaurate der Knochen und bildet vermehrt ein instabileres Knochengewebe. Durch die noch ungenügende Mineralisierung und dem verstärkten Zug und Druck durch das erhöhte Körpergewicht, kann es als Folge zu Fehlstellungen und Achsenabweichungen mit Gelenkproblemen kommen.

Besonderheiten im Welpenwachstum

Ein Mensch erreicht sein Endgewicht mit ca. 18 Jahren. Bis dahin hat sich sein Geburtsgewicht annähernd verzwanzigfacht. Eine Dogge erreicht ihr Endgwicht zwischen 18 und 24 Monaten und hat es dann verhundertfacht. Was für eine Leistung!

Kleine Hunde

Kleine Hunde (-5 kg) haben ihre Hauptwachstumsphase vor dem 4. Lebensmonat und sind schon mit 10 Monaten ausgewachsen.

Große Hunde

Große Hunde (> 25 kg) haben ihre Hauptwachstumsphase zwischen dem 3. - 7. Lebensmonat. Mit 12 Monaten haben sie erst 80-90% ihres Endgewichts erreicht und wachsen auch noch lange im zweiten Lebensjahr.

Fütterungsfehler wirken sich bei diesen Hunden ganz besonders aus.

Faustregel

Je größer der erwachsene Hund, desto länger die Hauptwachstumsphase und desto größer der Einfluss von Fütterungsfehlern.

Welpenfütterung

Neben der Energie sind die Mineralien Kalzium, Phosphor, Kupfer und Zink, sowie die Vitamine A und D von besonderer Wichtigkeit. Sowohl Über-, als auch Unterversorgung hat gravierende Folgen für den Hund, besonders im Welpenalter.

Kalzium

  • Skelettsystem
  • Knochenaufbau
  • Blutgerinnung
  • Nervenleitung
  • Muskelkontraktion 
  • Säure-Basen-Haushalt

+ Kalziumüberversorgung

Zu hoher Anteil von Knochen, Knochenmehl, Mineralpulvern oder Kalziumtabletten durch Fehleinschätzung bei selbst zubereiteten Rationen oder Zugabe zu Alleinfuttermitteln (absolut zu viel Kalzium).

Die Folge ist eine Verzögerung des Knochenlängenwachstums.

 

- Kalziumunterversorgung:

Zu geringer Anteil von Kalzium im Futter durch Fehleinschätzung bei selbst zubereiteten Rationen oder Fütterung von Alleinfuttermitteln für erwachsene Hunde (absolut zu wenig Kalzium). Ein relativer Mangel liegt vor, wenn das Futter zuviel Phosphor im Verhältnis zum Kalzium enthält, oft bei reinen Fleischrationen.

Um den Kalziumspiegel im Blut konstant zu halten, wird Kalzium aus den Knochen freigesetzt. Die nicht mehr ausreichend mineralisierten Kochen können dann leicht frakturieren.

Phosphor

  • Bildung von ATP (Adenosintriphosphat), dem Energielieferant aller Zellen
  • Bestandteil von Zellkernen und Zellwänden
  • Einfluss auf den Säure-Basen-Haushalt
  • Beschaffenheit von Sehnen und Bändern

+ Phosphorüberversorgung

Zu hoher Anteil von Phosphor im Futter durch Fehleinschätzung bei selbst zubereiteten Rationen mit einem hohen Fleisch- und Knochenanteil. Bei gleichzeitig ungenügender Versorgung mit Kalzium kommt es zur Aktivierung von Parathormon, einem Hormon der Nebenschilddrüse. In der Folge kommt es zu einer Entmineralisierung der Knochen, um die Konzentration von Kalzium im Blut konstant zu halten. Die nicht mehr ausreichend mineralisierten Knochen können dann leicht frakturieren.

 

- Phosphorunterversorgung

Zu geringer Anteil von Phosphor im Futter durch Fehleinschätzung bei selbst zubereiteten Rationen führt zu einer unphysiologischen Lockerheit der Bänder und Sehnen. In der Folge kann es zu Achsenabweichungen kommen.

Zink

  • Immunsystem
  • Haut
  • Bildung von Enzymen

- Zinkunterversorgung

Zu geringer Anteil von Zink im Futter durch Fehleinschätzung  bei selbst zubereiteten Rationen (absoluter Zinkmangel) oder relativ durch reduzierte Zinkaufnahme aus dem Darm bei einer starken Überversorgung mit Kalzium. In der Folge kommt es zu Wachstumsdepressionen, unzureichender Skelettmineralisierung, Hautveränderungen und Pigmentaufhellungen.

Kupfer

  • Bildung von Blut, Knorpel, Enzyme, Haarzellen, Hornzellen und Pigment

Vitamin A

  • Erhaltung und Regeneration von Haut, Schleimhaut und Netzhaut. Man nennt es auch "Epithelschutzvitamin".
  • Einfluss auf Eiweißbildung und damit auf Muskelaufbau und Organentwicklung
  • Einfluss auf Umbauprozesse am Knochen

+ Vitamin A-Überversorgung

Absolut zu hohe Aufnahme durch zu hohen Anteil an Leber. Die Folge ist der Abbau der Knochensubstanz, Frakturgefahr.

 

- Vitamin A-Unterversorgung

Absolut zu geringe Aufnahme durch das Futer. Die Folge sind Skelettentwicklungsstörungen und reduziertes Wachstum.