Futtermitteldeklaration

oder - was drauf steht sollte auch drin sein

Die Futtermittelverkerhrsverordnung (EG-VO 767/2009) regelt die allgemeine Kennzeichnungspflicht von Tierfutter. Die korrekte Deklaration / Angabe und nicht überzogene Werbung für das Futter zeichnen einen seriösen und sachkundigen Hersteller aus. 

Art des Futtermittels

Jedes Futter gehört in eine von zwei Gruppen:

  1. Alleinfuttermittel
  2. Ergänzungsfuttermittel

Alleinfuttermittel

Alleinfuttermittel decken den kompletten täglichen Nährstoffbedarf des Tieres. Eine Supplementierung, als Ergänzung mit anderen Futtermitteln, Vitaminen oder Mineralstoffen ist nicht nötig

Ergänzungsfuttermittel

Ergänzungsfuttermittel decken nur einen Teilbedarf an den täglichen Nährstoffen ab. Diese Futter müssen zwingend ergänzt werden, sonst kommt es zu Mangelerscheinungen.

Tipp

Prüfen Sie beim Kauf eines neuen Futters als erstes ob es sich auch wirklich um ein Alleinfuttermittel handelt!

Analytische Bestandteile

Eiweiss, Fett, Mineralstoffe

Damit man als Verbraucher verschiedene Futter von unterschiedlichen Herstellern vergleichen kann, werden die Futter nach einem einheitlichen Analyseverfahren, der Weender Analyse, auf ihren prozentualen Anteil an Eiweiss / Rohproteine, Fett / Rohöle- und Rohfette und Mineralstoffe / Rohasche / Anorganische Stoffe, untersucht. 

Kohlenhydrate

Die Kohlenhydrate werden nicht per Analyse, sondern rechnerisch durch den Abzug aller anderen Nährstoffe von der Trockensubstanz ermittelt.

Feuchte

Diese Angabe muss nur deklariert werden, wenn der Gehalt des Futters über 14% liegt. Dann besteht eine erhöhte Gefahr für Verderben, wenn das Futter nicht konserviert bzw. durch Trocknung oder Sterilisation haltbar gemacht wurde.

Die Angabe der Feuchte findet sich daher bei Trockenfutter nicht, bei Feuchtfutter oder Dosenfutter ja.

Zusammensetzung

Hier finden Sie die Angaben der verwendeten Einzelfuttermittel in absteigender Reihenfolge ihrer Gewichtsanteile. An erster Stelle steht also das Futtermittel mit dem größten Gewichtsanteil.

Wird eine Zutat auf der Verpackung besonders beworben, bspw. durch eine Abbildung, Grafik oder Text, muss eine Prozentangabe den Mindestgehalt dieser Zutat angeben. 

Offene oder geschlossene Deklaration

Der Hersteller muss sich für eine der beiden Varianten entscheiden, eine Vermischung ist nicht zulässig.

Enthält ein Futter Fleisch und Leber vom Huhn, kann entweder Muskelfleisch und Hühnerleber oder Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse angegeben werden. 

Zusatzstoffe

Der Hersteller ist verpflichtet die Namen und / oder E-Nummern der Zusatzstoffe und die entsprechende Gruppenbezeichnung und Menge anzugeben. Für Tierfutter sind folgende Zusatzstoffgruppen von Bedeutung: 

  • Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Vitamine, Spurenelemente und Aminosäuren
  • Technologische Zusatzstoffe: Antioxidantien, Bindemittel, Konservierungsmittel
  • Sensorische Zusatzstoffe: Farb- und Aromastoffe

Die übergeordneten gesetzlichen Regelungen finden Sie in der frei zugänglichen Futtermittelzusatzstoffverordnung (EG-VO1831/2003). In diesem Verzeichnis finden sich alle Informationen zu in Europa zugelassenen Futtermittelzusatzstoffen.

Nettomasse

Entspricht dem Nettogewicht.

Mindesthaltbarkeitsdatum

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD), vorgeschrieben auf Fertigpackungen von Lebensmitteln, gibt an, bis zu welchem Termin das Futter bei sachgerechter Aufbewahrung auf jeden Fall ohne wesentliche Geschmacks- und Qualitätseinbußen sowie gesundheitliches Risiko zu konsumieren ist. Da es sich um ein Mindesthaltbarkeits- und nicht um ein Verbrauchsdatum handelt, ist das Futter in der Regel auch nach dem angegebenen Datum noch verfütterbar.

Kennnummer der Partie, des Loses

auch Chargen-Nummer genannt. Sie dient der Rückverfolgbarkeit wann das Futter produziert wurde.

Verwendungszweck

bspw. Futter für alte Hunde oder für kastrierte Katzen

Empfehlung für die Futtermenge

Hinweise für den Besitzer für die sachgerechte Verwendung, optimalerweise mit einer Mengenempfehlung pro kg Körpergewicht pro Tag.

Kennzeichnung des Verantwortlichen

Name und Anschrift des für die Kennzeichnung Verantwortlichen (möglicherweise auch seine Zulassungsnummer) und ggf. Name und Anschrift und / oder Zulassungsnummer des Herstellers.

Kontakt

Kostenfreie Telefonnummer oder Email für die Nachfragen zu den enthaltenen Einzelfuttermitteln und Futtermittelzusatzstoffen.