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Futter und Fütterung im Sommer – So schützen Sie Ihr Tier bei Hitze

Sommerhitze, Futter & Futterhygiene – Was Hunde und Katzen jetzt brauchen 🐾

Von Tierärztin Susanne Gnass, VetServices Aktive 

Wenn im Sommer die Temperaturen steigen, verdienen Futter und Wasserversorgung für Hunde und Katzen besondere Aufmerksamkeit. ☀️ Hitze verändert nicht nur das Fressverhalten unserer Tiere – sie stellt auch ein Risiko für die Futterqualität und Hygiene dar.

 

In diesem Beitrag von Tierärztin Susanne Gnass erfährst Du, worauf Du bei der Lagerung und Fütterung achten solltest, um Dein Tier gesund durch den Sommer zu bringen.

1 Fütterung bei Hitze – was sich ändert

Hohe Temperaturen können dazu führen, dass Hunde und insbesondere Katzen weniger Appetit haben. Viele Tiere fressen an heißen Tagen lieber in den kühleren Morgenstunden oder erst spät abends wieder richtig. Das ist normal und kein Grund zur Sorge, solange das Tier trinkt und sich nicht auffällig verhält.

 

Manche Katzen wirken bei Hitze plötzlich mäkelig, obwohl gesundheitlich alles in Ordnung ist. Ihr Flüssigkeitsbedarf steigt deutlich – frisches Wasser sollte daher immer und an mehreren Stellen verfügbar sein.

Füttere möglichst morgens und abends, wenn es kühler ist. Futter sollte nie direkt in der Sonne oder im heißen Auto angeboten werden, Reste sollten zügig entfernt werden.

✔️ Das hilft:

• Füttere morgens und/oder abends
• Futter nicht direkt in der Sonne oder im heißen Auto anbieten
• Reste zügig entfernen
• Mehrere Wasserstellen bereithalten

Hitze beschleunigt das Verderben von Futter

Bei sommerlichen Temperaturen vermehren sich Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen deutlich schneller als gewohnt. Was morgens noch frisch war, kann mittags bereits problematisch sein. Was bei Hitze mit Futter passiert – und wie Du Verderb erkennst – erfährst Du weiter unten.

Besondere Vorsicht bei Welpen, Senioren und kranken Tieren

Mögliche Folgen der Keimbelastung durch verdorbenes Futter sind unter anderem Durchfall, Erbrechen oder – in schwereren Fällen – eine Pankreatitis, also eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Gerade bei älteren oder geschwächten Tieren kann das schnell ernst werden.

2 Wasserversorgung im Sommer

Wasser ist im Sommer das Wichtigste überhaupt. Hunde haben bei Hitze und Bewegung einen deutlich erhöhten Flüssigkeitsbedarf. Katzen trinken grundsätzlich wenig und oft ungern aus stehenden Schüsseln – ein Trinkbrunnen kann hier helfen, die Wasseraufnahme zu verbessern.

 

Stelle Wasserschüsseln immer in den Schatten, denn Metallnäpfe in der Sonne können sich stark aufheizen. Unterwegs solltest Du immer eine eigene Wasserflasche und einen Reisenapf dabeihaben – Pfützen oder Gewässer unterwegs sind kein Ersatz, da sie Keime oder Blaualgen enthalten können.

3 Nassfutter & BARF – Keime im Napf vermeiden

Feuchtigkeit in Kombination mit sommerlicher Wärme bietet ideale Bedingungen für die Vermehrung von Keimen. Besonders bei Nassfutter oder rohen BARF-Rationen können sich Bakterien und Schimmelpilze innerhalb kurzer Zeit stark vermehren. Zusätzlich locken Futterreste Fliegen an, die dort ihre Eier ablegen – es kann zur Bildung von Maden im Napf kommen, wenn das Futter nicht rechtzeitig entfernt wird.🐛

❗ Was Du beachten solltest:

  • Futter sollte daher nur 20–30 Minuten im Napf bleiben und danach entsorgt werden.
  • Angebrochenes Nassfutter luftdicht verschlossen im Kühlschrank aufbewahren.
  • Aufgetaute Portionen niemals erneut einfrieren.
  • Futter aus geöffnete Aludosen möglichst umfüllen in luftdicht schließende Glas- oder Kunststoffbehälter
  • Silikondeckel sind eine Alternative, können aber metallischen Geschmack begünstigen, wenn der Sauerstoff mit der Doseninnwand reagiert
  • Gekühltes Nassfutter vor dem Füttern rechtzeitig auf Zimmertemperatur bringen (nicht in der Mikrowelle erhitzen)
  • Bei Zeitdruck: etwas warmes Wasser untermischen

💡 Ein Hinweis zum Napfmaterial: Plastikschüsseln haben mit der Zeit feine Kratzer, in denen sich Keime festsetzen können. Edelstahlnäpfe sind hygienischer und lassen sich meist einfacher gründlich reinigen.

4 Trockenfutter – besser für den Sommer?

Trockenfutter ist praktischer, aber nicht automatisch sicherer. Es hält länger und lockt weniger Fliegen an – birgt bei schlechter Lagerung aber eigene Risiken wie Milben- oder Schimmelbefall und ranzige Fette.

 

 

Trockenfutter gehört kühl, trocken und dunkel gelagert, am besten in der Originalverpackung innerhalb eines luftdichten Vorratsbehälters. Nicht im warmen Keller, Schuppen oder Auto lagern. Es empfiehlt sich, das Anbruchdatum auf der Verpackung zu notieren – so behält man den Überblick.

5 Wie Du verdorbenes Futter erkennst

Gerade im Sommer ist es wichtig, verdorbenes Futter frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.

Achte auf folgende Warnzeichen:

  • Unangenehmer Geruch – faulig, säuerlich oder „anders“ als gewohnt
  • Schimmelbildung, Verfärbungen oder schleimige Oberflächen
  • Auffällige Konsistenz – zäh, schmierig oder klumpig

! Auch wenn Dein Tier das Futter plötzlich verweigert, kann das ein Hinweis sein. Im Zweifel lieber einmal zu viel entsorgen als ein Risiko eingehen – besonders bei empfindlichen Tieren.

Was tun, wenn Dein Tier verdorbenes Futter gefressen hat?

Beobachte Dein Tier aufmerksam und biete frisches Wasser an. Leichter Durchfall oder kurzes Würgen können vorkommen und sich von selbst legen. Zum Tierarzt solltest Du, wenn das Tier mehrfach erbricht, stärkeren Durchfall hat, apathisch wirkt oder die Symptome länger als 24 Stunden anhalten – bei Welpen, Senioren und kranken Tieren solltest Du besser sofort reagieren.

6  Futterhygiene im Alltag

Gute Hygiene rund um Futter und Näpfe erfordert keinen großen Aufwand – schützt aber zuverlässig vor Keimen, Schimmel und gesundheitlichen Risiken. Mit ein paar einfachen Routinen lassen sich viele Probleme von vornherein vermeiden.

✔️ Das hilft:

  • Näpfe täglich mit heißem Wasser reinigen
  • Futter mit sauberen Händen & Utensilien zubereiten
  • Fleischzubereitung für Mensch und Tier strikt trennen
  • Mindesthaltbarkeitsdatum und Zustand regelmäßig kontrollieren
  • Auf Reisen: kein Futter im Kofferraum – besser in der ❄️ Thermobox

7 Extra-Tipps für heiße Tage

An heißen Tagen freuen sich viele Tiere über kleine Extras, die für Abkühlung sorgen und den Alltag bereichern. Mit einfachen Mitteln lassen sich gesunde Snacks und sinnvolle Fütterungsergänzungen selbst zubereiten.

Golden Retriever liegt auf einer schattigen Terrasse und leckt an einer Eiskugel in einer kleinen blauen Schüssel
Ein Golden Retriever genießt ein selbstgemachtes Hundeeis auf einer schattigen Terrasse – eine willkommene Abkühlung an heißen Sommertagen.

🐾 Ideen für den Sommer:

  • Selbstgemachtes Eis für Hunde – zum Beispiel aus Brühe, Naturjoghurt oder püriertem Futter – ist beliebt und leicht zuzubereiten. 
  • Für Katzen eignen sich gefrorene Portionen aus Katzenmilch oder Thunfischwasser; aber nicht alle mögen übrigens zu kaltes Futter – manche akzeptieren gefrorene Snacks gar nicht, was kein Problem ist.
  • Kleine Portionen – leichter verdaulich
  • Ein Trinkbrunnen kann zusätzlich helfen, die Wasseraufnahme zu fördern, gerade bei Katzen, die selten spontan trinken.

Wichtig: Prüfe bei selbstgemachten Snacks immer die Zutaten. Für Hunde giftig sind unter anderem Weintrauben und Rosinen, Zwiebeln, Schokolade sowie Xylit, ein Süßungsmittel, das in manchen Joghurts und Erdnussbutter-Produkten vorkommt. Im Zweifel lieber einfache, unkomplizierte Zutaten verwenden.

8 Futter unterwegs und auf Reisen

Reisen mit Hund oder Katze sind eine schöne Bereicherung – stellen aber besondere Anforderungen an Fütterung und Hygiene. Im Camper, Wohnmobil oder auf dem Boot wird oft unterschätzt, wie schnell sich Futter in Staufächern aufheizt. Gerade bei sommerlicher Hitze ist eine gute Vorbereitung entscheidend, um Gesundheitsrisiken zu vermeiden und den Bedürfnissen Deines Tieres auch unterwegs gerecht zu werden.

✔️ Aufbewahrung unterwegs:

  • Nassfutter und BARF-Rationen gehören in eine Kühlbox oder Kompressorkühlbox, für kurze Ausflüge reicht eine Thermotasche.
  • Kein Futter in unklimatisierten Staufächern oder im Zelt lagern.

✔️ Fütterung & Wasser:

  • Füttere auch unterwegs in kühleren Stunden, biete kleine, frische Portionen an und führe immer einen Ersatznapf mit.
  • Auf dem Boot sind rutschfeste oder Anti-Schwapp-Näpfe praktisch.

✔️ Hygiene:

Näpfe regelmäßig mit heißem Wasser reinigen – kein Salzwasser zur Napfreinigung verwenden.

9 Fazit: Mit Köpfchen füttern – Sommerhygiene schützt die Gesundheit

Die warme Jahreszeit bringt viele schöne Momente mit sich – aber auch einige Herausforderungen für die Fütterung. Mit dem richtigen Timing, sauberer Handhabung und angepasster Lagerung sorgst Du dafür, dass Dein Tier den Sommer gesund und munter genießen kann. 🐶🐱

Ich wünsche Dir eine tolle Sommerzeit ☀️

Tschüss, Susanne Gnass