Degeneration bedeutet, dass ein Gewebe oder Körperstruktur mit der Zeit an Qualität und Funktion verliert. Es handelt sich nicht um einen plötzlichen Schaden, sondern um einen schleichenden Verschleiß — oft über Monate oder Jahre. Ursachen können Alter, dauerhafte Belastung, genetische Veranlagung oder Erkrankungen sein. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen. In der Tiermedizin begegnet der Begriff vor allem bei:
Degenerativ bedeutet immer: Der Prozess lässt sich meist nicht vollständig umkehren. Er lässt sich aber oft verlangsamen — durch angepasste Bewegung, Physiotherapie, Gewichtskontrolle und gezielte Unterstützung im Alltag.
👉 Siehe auch: Bandscheibe · Arthrose · Degenerative Myelopathie (DM) · Spondylose
Die degenerative lumbosakrale Stenose (DLSS) ist eine häufige Ursache für das Cauda-equina-Syndrom beim Hund. Dabei wird der Wirbelkanal im lumbosakralen Übergang enger, sodass Nervenwurzeln gereizt oder komprimiert werden können.
👉 Mehr zur degenerativen lumbosakralen Stenose beim Hund findest Du hier: Cauda-equina-Syndrom beim Hund – Degenerative lumbosakrale Stenose verständlich erklärt
Degenerative Myelopathie (DM) ist eine langsam fortschreitende Erkrankung des Rückenmarks beim Hund. Sie führt zunächst zu Unsicherheit und Koordinationsstörungen in der Hinterhand und kann im weiteren Verlauf zu Lähmungen führen. Eine Heilung ist nicht möglich – gezielte Unterstützung kann jedoch die Lebensqualität lange erhalten.
👉 Mehr zur Degenerativen Myelopathie beim Hund findest Du hier: Degenerativen Myelopathie beim Hund
Dekubitus — umgangssprachlich auch Druckgeschwür oder Wundliegen genannt — entsteht, wenn ein Hund über längere Zeit an derselben Stelle liegt und das Gewebe durch dauerhaften Druck nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Die Haut und das darunterliegende Gewebe werden geschädigt, es entstehen schmerzhafte Wunden, die schwer zu heilen sind.
Besonders gefährdet sind Hunde, die sich nicht selbstständig bewegen oder umlagern können — also Hunde mit Paraparese, Paraplegie oder Tetraparese. Große, schwere Hunde sind dabei einem höheren Risiko ausgesetzt als kleine.
Dekubitusprophylaxe bedeutet: alle Maßnahmen, die ein Wundliegen verhindern sollen.
Typische Maßnahmen:
Für Halter:innen von Hunden mit schweren neurologischen Erkrankungen ist die Dekubitusprophylaxe eine der wichtigsten Pflegeaufgaben im Alltag — und ein zentrales Thema in der Physiotherapie und Rehabilitation.
👉 Siehe auch: Paraparese · Paraplegie · Tetraparese · Lagerung · Physiotherapie · Wobbler-Syndrom