
Wenn ein Hund plötzlich Schmerzen zeigt, steif läuft, schwankt oder sogar seine Hinterbeine nicht mehr richtig bewegen kann, steckt nicht selten ein Bandscheibenvorfall dahinter. Der medizinische Fachbegriff lautet Intervertebral Disc Disease (IVDD). Es handelt sich um die häufigste Erkrankung des Rückenmarks beim Hund.
Die Diagnose klingt für viele Hundehalter:innen zunächst beängstigend – besonders dann, wenn Lähmungserscheinungen auftreten. Gleichzeitig gibt es eine wichtige und beruhigende Botschaft: Viele Hunde können sich mit einer frühzeitigen Behandlung und gezielter Physiotherapie erstaunlich gut erholen.
Bandscheibenvorfall ist allerdings nicht gleich Bandscheibenvorfall. Entscheidend ist vor allem, an welcher Stelle der Wirbelsäule die Bandscheibe betroffen ist. Davon hängen Symptome, Therapie, Physiotherapie und Prognose wesentlich ab.
Nicht jeder Bandscheibenvorfall verläuft gleich. Besonders wichtig ist die Frage, an welcher Stelle der Wirbelsäule die Bandscheibe betroffen ist. Davon hängen Symptome, Behandlungsmöglichkeiten und auch die physiotherapeutische Unterstützung wesentlich ab.
Grundsätzlich unterscheidet man beim Hund vor allem zwei häufige Formen:
Hier liegt der Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule. Viele Hunde zeigen vor allem Schmerzen im Halsbereich, eine vorsichtige Kopfhaltung oder einen steifen Gang. Je nach Schweregrad können auch neurologische Ausfälle auftreten.
👉 Mehr dazu hier: Zervikaler Bandscheibenvorfall beim Hund – Symptome, Therapie und Physiotherapie
Diese Form betrifft den Übergangsbereich zwischen Brust- und Lendenwirbelsäule und zählt zu den häufigsten Bandscheibenvorfällen beim Hund. Typisch sind Schmerzen im Rücken, Unsicherheit der Hintergliedmaßen oder Lähmungserscheinungen.
👉 Mehr dazu hier: Thorakolumbaler Bandscheibenvorfall beim Hund – verständlich erklärt
Dieser Artikel vermittelt die gemeinsamen Grundlagen beider Formen – von der Entstehung bis zur Behandlung und physiotherapeutischen Unterstützung.
Die Wirbelsäule des Hundes besteht aus vielen einzelnen Wirbeln. Zwischen jeweils zwei Wirbeln liegt eine Bandscheibe. Sie wirkt wie ein Stoßdämpfer und sorgt dafür, dass die Wirbelsäule beweglich und gleichzeitig stabil bleibt. Jede Bandscheibe besitzt:
Mit zunehmender Degeneration oder Belastung verliert die Bandscheibe ihre Elastizität. Sie kann sich in den Wirbelkanal vorwölben oder einreißen. Bandscheibenmaterial drückt dann auf Rückenmark oder Nervenwurzeln. Die Folgen reichen von:
Je schneller und stärker die Kompression entsteht, desto schwerer sind meist die neurologischen Ausfälle.
Typ-I-Bandscheibenvorfall (Extrusion)
Vor allem bei chondrodystrophen Rassen. Der Faserring reißt, Bandscheibenmaterial tritt plötzlich in den Wirbelkanal aus. Typisch ist ein akuter bis perakuter Verlauf.
Typ-II-Bandscheibenvorfall (Protrusion)
Eher bei großen Hunderassen. Der Faserring bleibt intakt, die Bandscheibe wölbt sich langsam vor. Der Verlauf ist meist chronisch.
Häufige Lokalisationen
Thorakolumbale Wirbelsäule: ca. 66–83 %
Halswirbelsäule: ca. 15 %
Prädisponierte Rassen
Typisch betroffen sind unter anderem: Beagle, Cocker Spaniel, Dackel, Französische Bulldogge, Pekinese, Shih Tzu
Bei großen Rassen treten häufiger chronische Protrusionen auf, z. B. bei: Deutscher Schäferhund, Dobermann, Labrador Retriever, Rottweiler
Die Symptome hängen stark davon ab:
Viele Hunde zeigen zunächst nur Schmerzen oder Bewegungsunlust. Andere entwickeln neurologische Ausfälle innerhalb weniger Stunden.
Typische Warnzeichen
Gerade Schmerzen werden häufig unterschätzt. Viele Hunde äußern sie nicht laut, sondern ziehen sich zurück oder verändern ihr Verhalten.
Wenn ein Hund plötzlich nicht mehr laufen kann, starke Schwäche zeigt oder keinen Urin mehr absetzt, sollte sofort tierärztliche Hilfe erfolgen. Besonders bei schweren neurologischen Ausfällen zählt oft jede Stunde!
Ein Bandscheibenvorfall lässt sich nicht allein anhand äußerer Symptome sicher diagnostizieren. Entscheidend ist eine gründliche neurologische Untersuchung kombiniert mit Bildgebung.
Typische diagnostische Schritte
CT und MRT gelten heute als wichtigste Verfahren zur genauen Lokalisation und Beurteilung der Rückenmarkskompression.
Tiefenschmerz
Die Tiefenschmerzprüfung besitzt insbesondere beim thorakolumbalen Bandscheibenvorfall große prognostische Bedeutung.
Fehlt der Tiefenschmerz bei paraplegischen Hunden, handelt es sich um einen neurologischen Notfall.
Bildgebung
CT: schnelle Verfügbarkeit, gut für mineralisierte Extrusionen
MRT: beste Darstellung von Rückenmark und Weichteilen
Die Therapie richtet sich nach:
Möglich bei:
Sie umfasst:
Ziel der Operation ist die Entlastung des Rückenmarks.
Physiotherapie ist ein zentraler Bestandteil der Behandlung von Bandscheibenvorfällen. Sie unterstützt nicht nur die Erholung, sondern hilft auch dabei, Folgeschäden zu vermeiden.
Die Therapie wird immer individuell an den neurologischen Status angepasst.
Beim zervikalen Bandscheibenvorfall
Beim thorakolumbalen Bandscheibenvorfall
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Mehr Halt auf glatten Böden und sichereres Aufstehen.
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Gerade Hunde mit:
profitieren häufig deutlich.
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Dieses propriozeptive Feedback ist bei Patienten mit Bandscheibenvorfall besonders wertvoll: Weil das Gehirn nicht mehr zuverlässig Signale von der Pfote empfängt, hilft der taktile Reiz der ToeGrips®, die Körperwahrnehmung zu unterstützen.
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